Um kaum eine Technologie ranken sich so viele Mythen und Halbwahrheiten wie um den Quantencomputer. Oft als „magische Superrechner“ dargestellt, die alles gleichzeitig tun, ist die Realität zwar nicht weniger faszinierend, aber deutlich nuancierter. Wir räumen mit den 5 größten Mythen auf.
Mythos 1: Quantencomputer machen klassische PCs überflüssig
Falsch. Quantencomputer sind keine „schnelleren Nachfolger“ unserer Laptops. Sie sind Spezialisten für ganz bestimmte mathematische Probleme. Für Textverarbeitung, Web-Browsing oder Gaming wird ein klassischer Computer auf absehbare Zeit unschlagbar bleiben.
Mythos 2: Sie probieren „alle Lösungen gleichzeitig“ aus
Halbwahr. Zwar nutzen sie Superposition, aber das Ziel eines Quanten-Algorithmus ist es durch Interferenz die falschen Lösungen auszulöschen und die richtige Wahrscheinlichkeit zu verstärken. Es ist eher wie ein komplexes Wellenexperiment als ein massives Ausprobieren.
Mythos 3: Quantencomputer können heute schon jede Verschlüsselung knacken
Falsch. Theoretisch kann Shors Algorithmus RSA-Verschlüsselungen knacken, aber heutige Quantencomputer haben noch nicht genug stabile Qubits, um dies bei modernen Standards (z.B. RSA-2048) zu tun. Wir befinden uns noch in der NISQ-Ära (Noisy Intermediate-Scale Quantum).
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Mythos 4: Man muss Physik studiert haben, um sie zu verstehen
Nicht zwingend. Während die Mathematik dahinter hart ist, lassen sich die Konzepte wie Superposition und Verschränkung gut visualisieren (sehen Sie sich dazu unseren Artikel zur Bloch-Sphäre an).
Mythos 5: Quantencomputing ist noch Jahrzehnte entfernt
Falsch. Wir nutzen es bereits heute. Große Unternehmen nutzen Cloud-basierte Quantensysteme für Materialforschung und Logistik-Optimierung. Die Revolution findet jetzt statt – Schritt für Schritt.
Fazit
Quantencomputing ist keine Magie, sondern faszinierende Physik. Wer die echte Funktionsweise versteht, erkennt erst das wahre Potential dieser Technologie für unsere Zukunft.